Scheibenschlagen, ein alter Brauch in Sulden und Trafoi

Scheibenschlagen ist ein sehr alter heidnischer Brauch welcher bereits um das Jahr 1090 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Der Brauch selbst ist sicherlich um einiges älter, und ist höchstwahrscheinlich germanischen oder keltischen Ursprungs. Das Scheibenschlagen findet immer am ersten Wochenende (Samstag oder Sonntag, mancherorts auch mehrere Tage lang) in der Fastenzeit statt und soll die Wintergeister austreiben sowie Fruchtbarkeit für Felder und Wiesen bringen.

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Das Feuer bildet das Zentrum um das sich aller versammeln.

Beim Scheibenschlagen werden Holzscheiben auf einen Stock befestigt und ins Feuer gehalten bis sie glühen. Dann werden diese mit einem Spruch oder Reim durch die Luft geschwungen und abschließend über ein schanzenartiges Brett ins Tal geschleudert. Die Scheiben glühen während des Flugs und sind somit weithin sichtbar.

Die Natur als Basis und Lebensgrundlage soll gnädig gestimmt werden. Das Feuer und die glühenden runden Holzscheiben veranschaulichen die Sonne, welche wiederum Sinnbild für Wärme, Geborgenheit und Fruchtbarkeit ist.

In Südtirol ist dieser Brauch zum Glück vielerorts erhalten geblieben. Wer seinen Urlaub in Sulden, Trafoi oder der näheren Umgebung verbringt, sollte sich dieses sehenswerte Schauspiel nicht entgehen lassen.

Hier einige Eindrücke:

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Die glühende Scheiben werden durch die Luft geschwungen ...

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... und schließlich über die Abschußrampe ins Tal geschleudert.

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