In der Ortler Nordwand herrschen zur Zeit sehr gute Verhältnisse. Aufgrund des schneereichen Winters ist kaum Blankeis zu überwinden. An Wochenenden kann es passieren dass 10 – 15 Bergsteiger gleichzeitig die Ortler Nordwanddurchsteigen. Das erhöht natürlich die Verletzungsgefahr durch herab fallende Eisbrocken, was sich leider auch durch größte Sorgfalt nicht vermeiden lässt.
Die Route der Erstbesteiger von 1931 (Hans Ertl und Franz Schmid) wird selten begangen (rechte Route im Bild). Meist versuchen die Bergsteiger die steileren Passagen (Eisnasen) zu umgehen (linke Route im Bild).
Auch mit Skiern wird der Ortler noch fleißig bestiegen. Kurz nach der Berglhütte können die Skier bereits angeschnallt werden.
Am 9. Mai startet eine Expedition bestehend aus jeweils 2 Mitgliedern der Bergrettung Südtirol und der Bergrettung Tirol Richtung Grönland.
Ziel war die Erst-Durchsteigung der Südostwand des Mount Forel (3.402 m) und anschließend die Durchquerung Grönlands von Ost nach West mit Schneeschuhen 122 Jahre nach Fridtjof Nansen, welcher als erst Grönland durchquerte.
Aufgrund enormer Verspätungen im Flugverkehr, ausgelöst durch den Vulkanausbruch in Island, musste die Expediton nun frühzeitig abgebrochen werden. Wie Markus Reinstadler, der Leiter der Expediton berichtet, gab es auch in Grönland, endlich dort angekommen, enorme logistische Probleme und Verzögerungen.
Zur Zeit herrschen in Sulden und rund um den Ortler sehr gute Bedingungen für Skitouren. Wer früh genug unterwegs ist wird mit tollen Touren belohnt. Königspitze, Ortler, Vertain, Tschengelser Hochwand, Cevedale, usw. sind begehrte und lohnende Ziele. Die Stilfserjochstraße wird zur Zeit geräumt, somit verkürzt sich der Weg zur Tucketspitze, Geister oder Nagler.
Wer lieber entlegene Touren abseits der großen Massen sucht, ist mit Trafoier Eiswand, Thurwieser, Trafoierjoch oder Ortlerpass gut bedient.
Über Sinn und Unsinn eines Führerscheins für Skitourengeher wie von Hans Kammerlander vorgschlagen, hier ein Kommentar aus der Rubrik Leserbriefe der FF vom 25. März 2010:
“Als bekennender und begeisterter Lostreter von Lawinen bei Skitouren werde ich demnächst direkt auf Kammerlander zielen. Damit solch hansiger Bergführerunsinn hoffentlich für immer unter drei Meter Kompaktschnee begraben wird.”